Soiernüberschreitung und Krapfenkarspitze/ Gumpenkarspitze

Anfang Juni, gutes Wetter – das musste ich für meine erste Hüttentour im Alleingang nutzen. Ausgesucht hab ich mir das Soiernhaus – wie so viele Hütten im Karwendel hat man auch hier einen langen Zustieg. Daher ist es empfehlenswert, den ersten Teil mit dem MTB zurückzulegen.

 

#1 Krün (875m) – Fischbachalm (1402m) mit dem MTB
Fischbachalm – Soiernhaus (1622) – Gumpenkarspitze (2010m) + Krapfenkarspitze (2109m) – Soiernhaus  1400hm, 8h
#2 Soiernhaus (1622m) – Schöttelkarspitze (2050m) – Feldernkopf (2071m) – reißende Lahnspitze (2209m) – Soiernspitze (2257m) – Krün (875m) 800hm, 8h

 

#1
Um den Zustieg etwas zuverkürzen, hab ich mein MTB eingepackt – gefahren war ich dieses Jahr noch gar nicht damit – aber es würde schon auch irgendwie ohne Training gehen. Tatsächlich ist die Tour zur Fischbachalm (1402m) nicht besonders anspruchsvoll, es geht mal mehr, mal weniger steil hinauf. Ich hab mein Radl dann abgestellt und bin über den Lakaiensteig auf die Hütte aufgestiegen (laut Wegweiser braucht man nur 50 min ab der Fischbachalm – das schafft man beim besten Willen kaum) Ich hab 1.15h gebraucht und auch der Wirt meinte, dass die angegebene Zeit bei normalem Tempo nicht machbar ist. Es sind zwar nur mehr knapp 220hm, aber der Weg schient schier endlos zu sein – wenn auch landschaftlich sehr sehr schön, was ich allerdings erst beim Abstieg gesehen habe. Nach oben ging es nämlich durch dichte Nebelsuppe.

Der Lakainsteig wurde früher von den Bediensteten Kaiser Ludwigs benutzt, um ihm vorauszueilen und sein Haus herauszuputzen, während er über den (längeren) Forstweg nach oben hoffiert wurde.

Auf der Hütte angekommen, hab ich mein Lager bezogen (ich hatte eins ganz für mich allein) und hab dann beschlossen, trotz dem Nebel noch einmal loszuziehen – zur Gumpenkarspitze und Krapfenkarspitze. Nach ca. 1/2 h Gehzeit hab ich erste Sonnenstrahlen entdeckt und noch etwas später hab ich den Nebel dann gänzlich unter mir gelassen – ein Traum.

Der Aufstieg war recht problemlos, wenn auch schlecht markiert.

 

#2
Am zweiten Tag war dann die Soiernrunde angesagt. Früh aufgestanden – und wie immer vor dem Frühstück – bin ich gegen 6h losgezogen und hab die Einsamkeit und die Stille genossen.
Alles in allem ist die Umrundung eine wunderbare Tour, teilweise sehr ausgesetzt (v.a. hinterhalb der Schöttelkarspitze) und daher eher was für erfahrenere Bergfexe. Der Weg vom Haus auf die Schöttelkarspitze ist problemlos und auch als Tagestour sehr zu empfehlen.

Beim Abstieg über das Kar (hier liegt sehr lange noch relativ viel Schnee) – sollte man Grödeln benutzen, es sei denn, man läuft den langen Abstieg über den Normalweg der Soiernspitze  (ist aufgrund der Länge nicht unbedingt zu empfehlen, vor allem, wenn man den Abstieg nach Krün noch vor sich hat) ODER man ist Rutschprofi :)

Beim weiteren Abstieg zur Fischbachalm wurde ich mit jedem Meter müder und ich war noch nie so froh, mein Radl zu sehen um die letzten ca. 7km einfach nur bergab zu rollen –  der Lakaiensteig zieht sich einfach enorm.

 

Zur Hütte
Ich hab kaum Zeit auf der Hütte verbracht und es war relativ wenig los. Die Wirtsleute waren sehr nett, aber so ein heimeliges Gefühl wollte bei mir nicht aufkommen. Das ist aber sehr subjektiv und ich würde die Hütte auch für weitere Touren wieder aufsuchen.

 

3 thoughts on “Soiernüberschreitung und Krapfenkarspitze/ Gumpenkarspitze

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